Lokalderby wird zur Nervenschlacht

Uedems 1. Damenmannschaft macht mit einem Zittersieg gegen den Lokalrivalen aus Issum ihren glänzenden Saisonstart perfekt. Mit einem erneut arg dezimierten Kader mussten die Damen aus der Schustergemeinde gegen den direkten Konkurrenten im Kampf um die Nichtabstiegsplätze antreten. Neben den verletzten Judith Berns und Claudia Lubiewski, fehlten urlaubsbedingt auch die bisherige Top-Torschützin der Liga Natascha Gutsche und Madeleine Ritterbach.

Zu Beginn war beiden Mannschaften die Nervosität deutlich anzumerken. Fehlversuche und technische Fehler reihten sich auf beiden Seiten aneinander. Folglich konnte sich in der ersten viertel Stunde kein Team absetzen (5:5). Mit einem Zwischensprint auf 8:5 konnten sich die Gäste aus Issum erstmals einen kleinen Vorsprung herausarbeiten.

Bis zur Pause passierte in der Folge nicht mehr viel. Beide Mannschaften begegneten sich weiterhin auf Augenhöhe und trennten sich mit einer 12:9 Führung für die Issumer Damen.

In der Pause richtete Trainer Christian Dörr deutliche Worte an seine Mannschaft. „Eigentlich müsste uns der Gegner aufgrund seiner Spielweise liegen.“ Er forderte ein viel schnelleres und durchschlagskräftigeres Auftreten seiner Mannschaft.

Die Worte des Uedemer Trainers sollten Gehör finden. Aus dem 9:12 Rückstand zu Pause, machten die Damen aus der Schustergemeinde binnen 10 Minuten eine 17:13 Führung.

„Das war zu diesem Zeitpunkt sehr guter Handball meiner Mannschaft. Wenn wir das mal über einen längeren Zeitraum abrufen könnten, hätten wir sehr wahrscheinlich keine Probleme in der Liga“, so Trainer Christian Dörr.

Wer jetzt dachte, dass die Uedemer Damen nun so weitermachen oder zumindest den Vorsprung halten würden, sah sich getäuscht. Binnen weiteren 10 Minuten wurde der herausgespielte Vorsprung wieder her geschenkt. Zu wenig Druck im Angriff und verlorene Zweikämpfe in der Abwehr sorgten für das zwischenzeitliche 19:19.

Die letzten 10 Minuten waren geprägt von einem großen Kampf auf beiden Seiten. Zunächst konnten die Uedemerinnen 2 Tore vorlegen, ehe die Gäste wieder auf ein Tor verkürzen konnten.

Zum Showdown kam es im letzten Angriff der Heimmannschaft. Mit einem 21:20 im Rücken und nur noch 35 Sekunden auf der Uhr nahm Trainer Christian Dörr seine letzte Auszeit. Kurzes Durchschnaufen, ein letztes Mal konzentrieren, einen kühlen Kopf bekommen und die letzten Kräfte mobilisieren waren die Gründe für die Auszeit der Heimmannschaft.

10 Sekunden vor Ende sah es so aus, als ob die 1. Damenmannschaft den Sack zu machen könnte. Ein heftig bedrängter Wurf über die Mitte wurde nicht vom Schiedsrichter geahndet und so kam Issum noch ein letztes Mal zum Gegenstoß. Zum Glück aus Uedemer Sicht, wurde die völlig freistehende Spielerin auf Außen nicht gesehen, so dass auch der letzte Versuch der Issumerinnen verpuffte.

Am Ende strahlte die Heimmannschaft aufgrund der nächsten 2 Punkte um die Wette, während die Issumerinnen gesenkten Hauptes das Feld verlassen mussten.

Endstand 21:20

„Es war das erwartete Spiel auf Augenhöhe für uns und wir haben denkbar knapp gewonnen. Knappe und umkämpfte Spiele sind unser Ding, da können wir unsere handballerischen Defizite ein Stück weit ausgleichen. Das war mit Sicherheit auch sehr glücklich für uns. Wir müssen nun schnell anfangen, endlich unser Spiel und unsere Trainingsinhalte umzusetzen. Für heute aber genießen wir den tollen Saisonstart. Wir hatten an den ersten drei Spieltagen mit großen Personalproblemen zu kämpfen, dafür sind 4:2 mehr als ordentlich“, so Trainer Christian Dörr abschließend.

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